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Coaching-Preise festlegen: Was dein Angebot wirklich wert ist – und wie du den richtigen Preis findest

  • Autorenbild: Jasmin Laura Maibach
    Jasmin Laura Maibach
  • 5. Mai
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Mai

Coaching-Preise

Kein Thema löst bei Coaches mehr Unbehagen aus als der Preis. Zu hoch – und niemand bucht. Zu niedrig – und das Business trägt nicht. Genau richtig – aber wie findet man das?


Die meisten Coaches machen einen von zwei Fehlern: Sie setzen den Preis zu niedrig an, weil sie Angst haben, zu teuer zu sein. Oder sie schauen, was andere verlangen – und orientieren sich daran, ohne zu wissen ob dieser Preis zu ihrem Angebot und ihrer Zielgruppe passt.


In diesem Artikel zeige ich dir, wie du einen Preis findest, der zu deinem Angebot passt, den du selbst vertreten kannst – und der dein Business nachhaltig trägt.

 

Warum Preisfindung so schwer fällt


Preisfindung ist nicht primär ein rationales Problem – es ist ein emotionales. Hinter zu niedrigen Preisen steckt fast immer eines von drei Mustern.


Das erste Muster: Zweifel am eigenen Wert. "Bin ich wirklich gut genug, um das zu verlangen?" Dieser Zweifel hat nichts mit Kompetenz zu tun – er hat mit Selbstbild zu tun. Und er kostet Coaches jeden Tag bares Geld.


Das zweite Muster: Angst vor Ablehnung. Ein höherer Preis bedeutet: Manche werden Nein sagen. Das fühlt sich wie eine persönliche Ablehnung an – obwohl es das nicht ist. Es ist einfach ein Hinweis, dass diese Person nicht zur Zielgruppe gehört.


Das dritte Muster: Falsche Vergleichsbasis. Man schaut auf andere Coaches, vergleicht Preise – ohne zu wissen, welches Angebot dahinter steckt, welche Erfahrung, welche Zielgruppe. Ein Vergleich ohne Kontext ist sinnlos.

 

Was Coaching-Preise wirklich bestimmt


Ein Preis ist keine willkürliche Zahl – er kommuniziert etwas. Er signalisiert, welches Problem du löst, für wen du es löst und wie transformativ das Ergebnis ist.


Der Wert eines Coaching-Angebots hängt nicht von der Anzahl der Stunden ab. Er hängt vom Ergebnis ab, das die Kundin danach hat. Eine Stunde, die jemanden befähigt, ihr Business auf stabile Beine zu stellen, ist mehr wert als zwanzig Stunden allgemeines Gespräch.


Das bedeutet: Je konkreter und wertvoller das Ergebnis deines Angebots, desto höher kann der Preis sein. Nicht weil du mehr Stunden anbietest – sondern weil das Ergebnis einen messbaren Unterschied macht.


Ein zu niedriger Preis kann sogar kontraproduktiv sein: Er signalisiert unbewusst, dass das Ergebnis nicht besonders wertvoll ist. Hochpreisige Angebote werden oft als hochwertiger wahrgenommen – nicht trotz des Preises, sondern wegen ihm.

 

Coaching-Preise festlegen: Schritt für Schritt


Schritt 1: Den Wert des Ergebnisses berechnen


Fang nicht bei der Stundenzahl an – fang beim Ergebnis an. Was ist das Ergebnis deiner Zusammenarbeit für die Kundin – und was ist dieses Ergebnis wert?


Wenn jemand durch deine Begleitung ein stabiles Business aufbaut, das monatlich 5.000 Euro mehr einbringt – was ist das über ein Jahr wert? 60.000 Euro. Ein Coaching für 3.000 Euro ist in diesem Kontext nicht teuer – es ist günstig.


Das ist keine Manipulation – das ist die richtige Bezugsrahmen. Pricing im Verhältnis zum Ergebnis, nicht im Verhältnis zur Stundenanzahl. Stunden sind dein Input. Das Ergebnis ist der Output. Und der Output ist das, was die Kundin kauft.


Konkret: Schreib das konkrete Ergebnis deines Angebots auf – und schätze, was dieses Ergebnis für deine Zielgruppe wert ist. Finanziell, zeitlich, emotional. Das ist dein Ausgangspunkt für die Preisfindung.


Schritt 2: Die Untergrenze berechnen


Unabhängig vom Wert des Ergebnisses gibt es eine Untergrenze: Was musst du mindestens verdienen, damit dein Business trägt?


Rechne durch: Was sind deine monatlichen Kosten – privat und geschäftlich? Wie viele Kundinnen kannst du gleichzeitig begleiten? Was musst du pro Kundin mindestens verdienen, damit die Rechnung aufgeht?


Wenn du zum Beispiel 3.000 Euro im Monat brauchst und maximal fünf Kundinnen gleichzeitig betreuen kannst, ist deine Untergrenze 600 Euro pro Kundin pro Monat. Alles darunter macht dein Business nicht tragfähig – egal wie gut dein Angebot ist.


Konkret: Mach diese Rechnung tatsächlich. Viele Coaches wissen nicht, was sie mindestens verdienen müssen – und setzen deshalb Preise, die das Business strukturell nicht tragen können.


Schritt 3: Die Zielgruppe und ihre Zahlungsbereitschaft einschätzen


Preis und Zielgruppe gehören zusammen. Ein Preis, der für eine Unternehmerin mit etabliertem Business selbstverständlich ist, kann für eine Berufseinsteigerin eine unüberwindbare Hürde sein.


Das bedeutet nicht, dass du deinen Preis nach unten anpassen musst – es bedeutet, dass dein Preis und deine Zielgruppe zusammenpassen müssen. Wenn deine Zielgruppe die Mittel hat, dein Angebot zu kaufen, und den Wert versteht – ist der Preis kein Problem.


Wenn du merkst, dass viele Interessentinnen am Preis scheitern, kann das zwei Gründe haben: Entweder passt die Zielgruppe nicht zum Preis. Oder das Angebot kommuniziert den Wert noch nicht klar genug.


Konkret: Frag dich: Hat meine Zielgruppe die Mittel, mein Angebot zu kaufen? Investieren diese Menschen in ähnliche Angebote – Kurse, Beratung, Coaching? Wenn ja, ist die Zahlungsbereitschaft vorhanden. Wenn nicht, prüfe ob Zielgruppe oder Kommunikation angepasst werden muss.


Schritt 4: Einen Preis wählen und vertreten


Am Ende ist Preisfindung eine Entscheidung. Nicht die perfekte Zahl – sondern ein Preis, den du vertreten kannst. Den du ohne zögern nennst. Den du nicht sofort relativierst oder entschuldigst.


Der Satz "Mein Angebot kostet X Euro" sollte genauso klar und ruhig kommen wie "Mein Angebot dauert drei Monate." Es ist eine Information – keine Bitte um Erlaubnis.


Wenn du beim Nennen des Preises innerlich zögerst, ist das ein Signal. Entweder glaubst du selbst noch nicht vollständig an den Wert deines Angebots. Oder du bist dir noch nicht sicher, ob der Preis stimmt. Beides ist lösbar – aber es braucht Bewusstsein.


Konkret: Übe, deinen Preis laut auszusprechen – allein, vor dem Spiegel, mit einer Vertrauensperson. Nicht als Übung für das Gespräch, sondern als Übung für dich selbst. Der Preis muss sich richtig anfühlen, bevor du ihn anderen gegenüber vertrittst.


Schritt 5: Preis und Angebot weiterentwickeln


Preise sind keine festen Größen. Sie entwickeln sich mit dir – mit deiner Erfahrung, deinen Ergebnissen, deiner Positionierung.


Wenn du merkst, dass Interessentinnen fast nie am Preis scheitern und du mehr Anfragen hast als Kapazität, ist das ein Signal: Der Preis könnte höher sein. Wenn du merkst, dass viele abspringen, prüfe zuerst, ob das an der Kommunikation liegt – bevor du den Preis senkst.


Eine Preiserhöhung muss nicht angekündigt oder begründet werden. Du kannst einfach einen höheren Preis nennen. Was sich verändert hat, ist deine Erfahrung, deine Ergebnisse, dein Angebot – das reicht als Begründung.


Konkret: Setz dir einen Termin in sechs Monaten, zu dem du deinen Preis überprüfst. Was hat sich verändert? Was weißt du jetzt über den Wert deines Angebots, was du damals noch nicht wusstest?

 

Was zu tun ist, wenn jemand sagt: "Das ist zu teuer"


"Das ist zu teuer" ist fast nie ein Urteil über deinen Preis. Es ist ein Ausdruck von Unsicherheit – über den Wert, über das Ergebnis, über die eigene Entscheidung.


Die hilfreiche Antwort ist keine Rechtfertigung und kein Rabatt. Sie ist eine Frage: "Was meinst du damit genau?" Oder: "Was wäre für dich ein fairer Preis für dieses Ergebnis?"

Manchmal stellt sich heraus, dass die Person den Wert noch nicht verstanden hat – dann ist das eine Kommunikationslücke, keine Preislücke. Manchmal ist die Person wirklich nicht die richtige Kundin – und das ist in Ordnung.


Was du nie tun solltest: sofort nachgeben und den Preis senken. Das signalisiert, dass der ursprüngliche Preis nicht gerechtfertigt war – und untergräbt das Vertrauen.

 

Preise und Marketing gehören zusammen


Ein gut gesetzter Preis bringt nichts, wenn das Marketing nicht die richtigen Menschen anzieht – also Menschen, die den Wert verstehen und die Mittel haben, ihn zu kaufen.

Das fängt bei der Positionierung an: Wie klar beschreibst du, welches Problem du löst und was das Ergebnis ist? Wie gut spricht deine Website die richtigen Menschen an? Wie gut führt dein Marketing-System Interessentinnen zu dir?


Wenn du Erstgespräche hast, aber häufig am Preis scheiterst, liegt das Problem fast nie am Preis selbst – es liegt daran, dass das Marketing noch nicht die richtigen Menschen filtert. Wie du dein Marketing-System so aufbaust, dass die richtigen Anfragen entstehen, erkläre ich hier: Marketing-System für Coaches aufbauen.


Und wenn du wissen willst, wo genau bei dir die Lücke ist – ob im Angebot, im Preis, im Marketing oder in der Kommunikation – zeigt dir die kostenlose Business-Analyse genau das.

 

 

Wie ein Marketing-System für Coaches strukturell aufgebaut ist, erkläre ich auf dieser Seite: Coaching Marketing


Über die Autorin


Jasmin Laura Maibach unterstützt Coaches und Beraterinnen dabei, ein Marketing-System aufzubauen, das verlässliche Anfragen bringt – unabhängig von Social Media und Algorithmen. Mit dem Programm Planbare Anfragen zeigt sie, wie ein website-basiertes System aussieht, das auch dann funktioniert, wenn du offline bist.

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