Keine Anfragen trotz Blog & Website – woran liegt es wirklich?
- Jasmin Laura Maibach

- 27. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Mai

Du machst es eigentlich richtig. Du hast eine professionelle Website, du schreibst regelmäßig Blogartikel, vielleicht hast du sogar einen Podcast. Du gibst Mehrwert. Du bist sichtbar.
Und trotzdem: Die Anfragen kommen nicht. Oder so selten, dass du nicht weißt, woran du bist.
Das ist frustrierend – vor allem dann, wenn du siehst, dass andere Coaches mit scheinbar weniger Aufwand mehr Kundinnen gewinnen. Woran liegt das?
Die Antwort ist fast nie fehlende Sichtbarkeit. Sie liegt tiefer. In diesem Artikel schauen wir uns die echten Gründe an – und was du konkret ändern kannst.
Dein Blog zieht die falschen Besucherinnen an
Das ist der häufigste Grund – und er ist schwer zu erkennen, weil er sich wie Erfolg anfühlt. Du hast Leserinnen. Dein Content wird geteilt. Aber gebucht wird nicht.
Das Problem: Viele Coaching-Blogs schreiben über Themen, die andere Coaches interessieren. Beiträge über Mindset, über Selbstständigkeit, über Tools und Methoden.
Diese Inhalte werden gelesen – von Branchenkollegen, die niemals buchen werden.
Eine potenzielle Kundin sucht nicht nach "Was ist Systemisches Coaching" oder "Die besten Tools für Coaches". Sie sucht nach einer Lösung für ihr konkretes, brennendes Problem. Wenn dein Blog das nicht adressiert, zieht er die falsche Zielgruppe an – oder gar keine.
Der entscheidende Test: Schau dir deine letzten fünf Blogartikel an. Beschreiben sie das Problem deiner Kundin – in ihrer Sprache? Oder beschreiben sie deine Welt als Coach?
Was hilft: Schreibe Artikel, die konkrete Probleme deiner Zielgruppe beantworten. Nicht Themen, die dich als Expertin positionieren sollen – sondern Themen, nach denen deine Wunschkundin wirklich googelt.
Deine Artikel werden von Google noch nicht gefunden
Ein Blogartikel, den niemand findet, bringt keine Anfragen. Das klingt offensichtlich – und trotzdem ist es einer der häufigsten blinden Flecken.
Viele Coaches schreiben Artikel und veröffentlichen sie. Aber sie überprüfen nicht, ob Google diese Artikel überhaupt indexiert, für welche Keywords sie erscheinen und auf welcher Position.
Die Realität von SEO: Ein neuer Artikel braucht im Durchschnitt sechs bis zwölf Monate, bevor Google ihm wirklich vertraut und ihn in den oberen Ergebnissen zeigt. Das ist keine Ausnahme – das ist die Regel. Wer nach zwei Monaten keine Ergebnisse sieht und aufgibt, verlässt das Rennen kurz vor der Ziellinie.
Dazu kommt: Google bewertet nicht nur den Inhalt, sondern auch die Autorität deiner gesamten Website. Eine neue Domain mit wenigen Inhalten hat es schwerer als eine etablierte Seite mit vielen verlinkten Artikeln. Das bedeutet nicht, dass es nicht funktioniert – es bedeutet, dass es Zeit braucht und Konsistenz.
Was hilft: Richte Google Search Console ein und schau regelmäßig, für welche Suchanfragen deine Seite erscheint. So weißt du, wo du stehst – und was noch fehlt.
Deine Artikel sind zu kurz, um zu ranken
Kurze Blogartikel fühlen sich effizient an. Drei Minuten Lesezeit, ein klarer Punkt, fertig. Das Problem: Google denkt anders.
Für kompetitive Keywords – also für Suchanfragen, die viele Menschen stellen – ranken fast ausschließlich Artikel, die ein Thema wirklich durchdringen. Das bedeutet in der Regel 1.500 bis 2.500 Wörter, manchmal mehr. Nicht weil Länge an sich gut ist, sondern weil Tiefe Vertrauen signalisiert.
Ein Artikel mit 400 Wörtern konkurriert gegen Artikel, die dieselbe Frage auf zehn Seiten beantworten, mit Beispielen, Fallstudien, FAQs und weiterführenden Links. Wer gewinnt diesen Vergleich? Fast immer der tiefere Artikel.
Das heißt nicht, dass du täglich lange Artikel schreiben musst. Aber es heißt: Qualität vor Quantität. Lieber ein ausführlicher Artikel pro Monat als vier oberflächliche.
Was hilft: Nimm einen deiner bestehenden kurzen Artikel und baue ihn aus. Füge Beispiele hinzu, beantworte Folgefragen, erkläre den Kontext. Tiefe schlägt Masse.
Deine Website führt nicht – sie informiert nur
Stell dir vor, jemand liest deinen Blogartikel. Sie findet ihn hilfreich. Sie denkt: "Das beschreibt genau mein Problem." Und dann?
Wenn auf deiner Website kein klarer nächster Schritt steht, passiert das Wahrscheinlichste: Sie schließt den Tab. Nicht weil sie nicht interessiert war – sondern weil sie nicht geführt wurde.
Eine Website, die nur informiert, ist wie ein Schaufenster ohne Tür. Die Besucherin schaut rein, findet es schön – und geht weiter. Was fehlt, ist die Architektur: ein logischer Weg vom ersten Kontakt zur Anfrage.
Das bedeutet konkret: Jeder Blogartikel braucht einen klaren Handlungsaufruf am Ende. Wohin soll die Leserin nach dem Artikel gehen? Was ist der nächste sinnvolle Schritt? Das muss nicht aggressiv sein – aber es muss klar sein.
Gleichzeitig braucht deine Startseite eine klare Logik: Wer bist du, für wen bist du da, was ist der erste Schritt. Eine Besucherin sollte das in den ersten drei Sekunden verstehen – ohne zu scrollen.
Was hilft: Geh jeden deiner Blogartikel durch und prüfe: Gibt es am Ende einen klaren CTA? Wenn nicht, füge einen ein – und verlinke ihn direkt mit deiner Landingpage oder deinem kostenlosen Einstiegsangebot.
Dein Blog und deine Website hängen nicht zusammen
Das ist ein strukturelles Problem, das viele Coaches unterschätzen: Blog und Website existieren nebeneinander – aber nicht miteinander.
Die Blogartikel verlinken nicht auf die Landingpage. Die Landingpage verweist nicht auf relevante Artikel. Es gibt keine interne Verlinkungsstruktur, die Google zeigt: Diese Inhalte gehören zusammen und bilden eine Autorität zu diesem Thema.
Für Google ist interne Verlinkung ein Vertrauenssignal. Wenn deine Artikel sich gegenseitig verlinken und auf deine Kernseiten verweisen, signalisiert das: Diese Website hat Substanz zu diesem Thema. Das stärkt das Ranking aller Seiten – nicht nur einzelner Artikel.
Für deine Besucherin bedeutet es: Sie landet auf einem Artikel, liest weiter zu einem verwandten Thema, kommt auf deine Startseite, versteht dein Angebot – und fragt an. Das ist kein Zufall. Das ist Struktur.
Was hilft: Verlinke jeden neuen Artikel mit mindestens zwei anderen Artikeln und mit deiner Hauptseite. Und überarbeite ältere Artikel so, dass sie auf neuere verweisen.
Du hast kein niedrigschwelliges Einstiegsangebot
Eine Besucherin, die deinen Blog zum ersten Mal liest, kennt dich noch nicht. Sie weiß nicht, ob du wirklich zur ihr passt. Sie ist interessiert – aber noch nicht bereit, sofort ein bezahltes Coaching zu buchen.
Wenn der einzige nächste Schritt auf deiner Website ein kostenpflichtiges Angebot ist, verlierst du genau diese Menschen. Nicht weil sie nicht wollen – sondern weil die Hürde zu groß ist.
Was hilft: Ein niedrigschwelliger Einstieg, der Vertrauen aufbaut, bevor jemand Geld ausgibt. Das kann ein kostenloser Diagnose-Call sein, ein Freebie, ein Mini-Audit oder – wie in deinem Fall – eine kostenlose Business-Analyse. Etwas, das Wert bietet, ohne sofort eine Kaufentscheidung zu verlangen.
Dieser erste Schritt ist das Bindeglied zwischen "interessierter Leserin" und "zahlender Kundin". Ohne ihn fällt ein großer Teil potenzieller Anfragen einfach weg.
Was hilft: Prüfe, ob dein kostenloser Einstieg auf deiner Website prominent genug platziert ist – nicht nur auf einer versteckten Unterseite, sondern überall dort, wo Besucherinnen landen.
Was das für dich bedeutet, wenn keine Anfragen trotz Blog & Website kommen
Keine Anfragen trotz Blog und Website ist kein Zeichen, dass das System nicht funktioniert. Es ist ein Zeichen, dass noch etwas in der Struktur fehlt.
Manchmal ist es die Ausrichtung der Inhalte. Manchmal die fehlende interne Verlinkung. Manchmal der zu schnelle Erwartungshorizont. Und manchmal ist es eine Kombination aus allem.
Das Gute: Keiner dieser Punkte ist ein Neustart. Es sind Stellschrauben, die du gezielt anpassen kannst – ohne alles wegzuwerfen, was du bereits aufgebaut hast.
Der erste Schritt ist zu verstehen, wo genau dein System gerade bricht. Nicht pauschal – sondern konkret für dein Business.
Genau das ist der Zweck der kostenlosen Business-Analyse. Du beschreibst kurz deine Situation, ich schaue mir dein Business persönlich an – und du bekommst eine individuelle Einschätzung per Sprachnachricht. Kein allgemeines Feedback. Keine neuen To-dos auf Verdacht. Sondern Klarheit.
Wie ein Marketing-System für Coaches strukturell aufgebaut ist, erkläre ich auf dieser Seite: Coaching Marketing
Über die Autorin
Jasmin Laura Maibach unterstützt Coaches und Beraterinnen dabei, ein Marketing-System aufzubauen, das verlässliche Anfragen bringt – unabhängig von Social Media und Algorithmen. Mit dem Programm Planbare Anfragen zeigt sie, wie ein website-basiertes System aussieht, das auch dann funktioniert, wenn du offline bist.




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