KI-Sichtbarkeit messen: So prüfst du Nennungen, Quellen und Anfragen


Du gibst deinen eigenen Namen bei ChatGPT ein.
Die KI kennt dich. Sie nennt deine Website, beschreibt dein Angebot halbwegs richtig und vielleicht erscheint sogar ein Link. Kurzer Glücksmoment.
Aber: Das ist noch keine echte KI-Sichtbarkeit.
Wenn du ChatGPT deinen Namen bereits in die Frage schreibst, muss die KI dich nicht entdecken. Sie beantwortet lediglich eine Frage zu einer Marke, die du ihr vorher genannt hast.
Spannend wird es erst, wenn eine potenzielle Kundin dein Problem beschreibt, ohne deinen Namen zu kennen: „Wer hilft Coaches dabei, regelmäßig Anfragen über Google und KI zu gewinnen, ohne ständig auf Social Media zu posten?“
Tauchst du dann auf? Wirst du korrekt eingeordnet? Wird deine Website als Quelle genannt? Und empfiehlt ChatGPT dich tatsächlich als passende Anbieterin?
Genau das ist KI-Sichtbarkeit. Und ja: Du kannst sie messen. Nur nicht mit einer einzigen Frage und auch nicht mit einer magischen Prozentzahl aus irgendeinem Tool.
Wie ChatGPT Coaches überhaupt findet und welche Grundlagen dafür nötig sind, erfährst du in meinem Überblick über KI für Coaches. Hier geht es um den nächsten Schritt: die Messung.
Was bedeutet KI-Sichtbarkeit überhaupt?
KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie dein Business in Antworten von ChatGPT, Google AI Mode, AI Overviews, Copilot oder anderen KI-Systemen vorkommt.
Stell dir also mal kurz vor, deine Wunschkundin fragt ChatGPT und ChatGPT verweist auf dich- genial oder? Genauso sind meine Kundinnen zu mir gekommen- damals noch, als sie KI gefragt haben, welche Gründungsberaterin es speziell für Mütter gibt. Heute über dieses System. Dabei muss es gar nicht mal die direkte Empfehlung der KI sein, sondern auch, wenn dich die KI- wie Gemini zum Beispiel bei der Google-Suche als Quelle anzeigt. Wenn dort dein Name steht, ist der Weg zum "Klick" nicht mehr weit. Wahrscheinlich hast auch du genauso mich gefunden.
Wie schon kurz angeschnitten gibt es mehrere Stufen der KI Sichtbarkeit, die du nicht miteinander verwechseln solltest:
Die ersten vier Stufen betreffen deine Sichtbarkeit. Soweit so gut. Die fünfte entscheidet allerdings, ob daraus auch Business entsteht.
Denn eine Nennung allein bringt dir noch keine Kundin.
Für dein Marketing ist deshalb nicht nur entscheidend, wie oft dein Name irgendwo auftaucht. Entscheidend ist, ob du bei den richtigen Fragen korrekt genannt wirst und daraus passende Menschen den Weg zu deinem Angebot finden.
Woran erkennst du, ob dein Business bei KI sichtbar ist?
Du willst deine KI-Sichtbarkeit messen? Wenn ChatGPT deinen Namen kennt, ist das ein erster Hinweis. Für deine Kundengewinnung ist aber entscheidend: Taucht dein Business auch dann auf, wenn jemand nach Unterstützung sucht und dich noch gar nicht kennt?
Achte deshalb bei deinen Tests auf vier Fragen:
Wirst du bei passenden Fragen gefunden?
Teste Fragen, die potenzielle Kundinnen stellen könnten – ohne deinen Namen vorzugeben. Zum Beispiel: „Ich möchte mich nach der Elternzeit beruflich neu orientieren. Wer bietet dafür Online-Coaching an?“ So prüfst du, ob dein Angebot bei dieser konkreten Suche auftaucht.
Wirst du als Anbieterin empfohlen oder wird deine Website als Quelle verlinkt?Das sind unterschiedliche Ergebnisse. Ein verlinkter Blogartikel zeigt, dass deine Inhalte als Quelle genannt werden. Wird dein Coaching ausdrücklich als passende Unterstützung vorgeschlagen, ist das eine Empfehlung deines Angebots. Halte beides getrennt fest.
Stimmen die Angaben über dich?
Prüfe, ob die KI deine Zielgruppe, dein Angebot und deine Qualifikationen korrekt beschreibt. Wenn du beispielsweise Online-Coaching anbietest, die Antwort dich aber ausschließlich als lokale Anbieterin nennt, ist die Darstellung unvollständig.
Entstehen daraus passende Anfragen?
Frage im Kontaktformular oder Erstgespräch: „Wie bist du auf mich aufmerksam geworden?“ Ergänze „ChatGPT oder andere KI“ als Antwortmöglichkeit. So kannst du auch Hinweise von Menschen erfassen, die dich zuerst in einer KI-Antwort entdeckt und anschließend selbst nach deinem Namen gesucht haben.
Du musst zum Einstieg keine Prozentwerte berechnen. Dokumentiere zunächst, bei welchen Fragen du auftauchst, wie du dargestellt wirst und welche Anfragen auf KI-Empfehlungen zurückgehen.
Wie aussagekräftig ist ein einzelner ChatGPT-Test?
Du fragst dich, wie aussagekräftig ist ein einzelner ChatGPT-Test ist, um deine KI-Sichtbarkeit messen?
Fakt: Eine einzelne Antwort zeigt dir, was bei genau dieser Frage und diesem Test passiert ist. Sie sagt noch nicht, wie häufig andere Menschen dein Business sehen.
Auch deine bisherigen Gespräche können den Test beeinflussen. Wenn du mit deiner KI bereits ausführlich über dein Business gesprochen hast, ist das eine andere Ausgangssituation als bei einer potenziellen Kundin. Bei ChatGPT können beispielsweise gespeicherte Erinnerungen und Standortinformationen in die Suche einfließen. Das erläutert OpenAI zur ChatGPT-Suche.
Eine Nennung ist deshalb ein positives Einzelergebnis. Umgekehrt beweist ein fehlender Treffer nicht, dass du grundsätzlich unsichtbar bist.
Für einen brauchbaren Vergleich brauchst du mehrere relevante Fragen, wiederholte Tests unter möglichst vergleichbaren Bedingungen und dokumentierte Ergebnisse.
Wie du diese Prüfung Schritt für Schritt durchführst, zeigt dir die folgende Anleitung.
So misst du deine KI-Sichtbarkeit Schritt für Schritt
Nun fragst du dich wahrscheinlich, wie du deine Sichtbarkeit messen kannst. Im Grunde geht das recht einfach- wichtiger ist, was danach folgt. Aber schauen wir uns die einzelnen Schritte erstmal an:
1. Sammle die Fragen, bei denen du gefunden werden möchtest
Beginne nicht mit deinem Namen. Beginne mit der Situation deiner Wunschkundin.
Welche Fragen stellt sie, bevor sie weiß, dass sie dein Angebot braucht? Wonach sucht sie, wenn ihr Problem dringend wird? Welche Alternativen vergleicht sie? Und wie würde sie nach einer konkreten Anbieterin fragen?
Für eine Beraterin rund um planbare Kundengewinnung (mir) könnten solche Prompts relevant sein:
● „Warum bekomme ich als Coach trotz Website kaum Anfragen?“
● „Wie kann ich Coaching-Kundinnen gewinnen, ohne täglich auf Instagram zu posten?“
● „Welche Marketingstrategie eignet sich für selbstständige Coaches mit wenig Zeit?“
● „Wer unterstützt Coaches dabei, über Google und ChatGPT gefunden zu werden?“
● „Welche Anbieterin hilft mir beim Aufbau eines nachhaltigen Marketing-Systems?“
Starte mit zehn bis fünfzehn Fragen. Das reicht für eine sinnvolle erste Bestandsaufnahme und bleibt im Alltag noch handhabbar.
2. Trenne markenbezogene und problembezogene Prompts
Teste beide Arten – aber werte sie getrennt aus.
Markenbezogene Prompts enthalten deinen Namen oder deine Domain. Sie zeigen, ob die KI vorhandene Informationen über dich findet und korrekt zusammensetzt.
Beispiele:
● „Wofür steht [dein Name]?“
● „Welche Angebote gibt es auf [deine Domain]?“
● „Welche Expertise hat [dein Name]?“
Problembezogene Prompts enthalten deinen Namen nicht. Sie zeigen, ob du entdeckt und als relevante Lösung ausgewählt wirst.
Beispiele:
● „Welche Expertin hilft bei [konkretes Problem]?“
● „Welche Beratung eignet sich für [Zielgruppe] mit [Situation]?“
● „Wer bietet Unterstützung bei [Thema] in Deutschland an?“
Wenn ChatGPT dich bei markenbezogenen Fragen kennt, aber bei problembezogenen Fragen nie nennt, ist dein Business auffindbar – aber noch nicht empfehlungsfähig.
3. Teste unter möglichst gleichen Bedingungen
Nutze für deine wiederkehrenden Messungen dieselben Prompts und dokumentiere das Datum, das verwendete KI-System und ob eine Websuche aktiv war.
Starte jeweils einen neuen Chat, damit vorherige Fragen das Ergebnis nicht unnötig beeinflussen. Für einen zusätzlichen Realitätscheck kannst du einige zentrale Prompts auch ausgeloggt oder ohne gespeicherte Personalisierung testen.
Du musst nicht jeden Prompt zehnmal stellen. Es geht nicht darum, wissenschaftliche Gewissheit vorzutäuschen. Es geht darum, Veränderungen und wiederkehrende Muster zu erkennen.
Eine einfache Tabelle reicht dafür aus:
4. Wiederhole die Messung regelmäßig
Tägliches Kontrollieren deiner KI-Sichtbarkeit bringt dir vor allem eines: schlechte Laune.
Erstelle eine Ausgangsmessung und wiederhole dein festes Prompt-Set einmal im Monat. Nach größeren Änderungen an Positionierung, Website oder Inhalten kannst du zusätzlich prüfen, ob sich die Zuordnung mit zeitlichem Abstand verändert.
Die monatliche Messung zeigt die Entwicklung. Alle drei bis sechs Monate solltest du außerdem kontrollieren, ob deine Prompts noch zu den echten Fragen deiner Zielgruppe passen.
Welche Daten liefern Google, Bing und ChatGPT bereits?
Manuelle Prompt-Tests zeigen, was die KI antwortet. Plattformdaten zeigen, wo und wie häufig deine Inhalte tatsächlich ausgespielt, zitiert oder angeklickt wurden.
Beides gehört zusammen, wenn du deine KI-Sichtbarkeit messen willst.
Google Search Console: Impressionen aus AI Overviews und AI Mode
Seit dem 31. August 2026 stellt Google den Bericht zur generativen KI-Performance grundsätzlich weltweit bereit. Er zeigt, wie häufig Links deiner Website in AI Overviews und im AI Mode eingeblendet wurden und welche Seiten, Länder, Geräte und Zeiträume betroffen sind.
Der Bericht zeigt dir allerdings nicht die vollständigen Prompts, bei denen du erschienen bist. Er sagt auch nicht, ob Google dich als Anbieterin empfohlen oder lediglich eine deiner Seiten als Quelle eingeblendet hat. Zum offiziellen Bericht der Google Search Console.
Wenn du den Bericht nicht siehst, kann das unter anderem daran liegen, dass deine Website noch nicht genügend Impressionen in den generativen Suchfunktionen erhalten hat.
Bing Webmaster Tools: Zitationen und Grounding Queries
Das AI-Performance-Dashboard in den Bing Webmaster Tools geht an einigen Stellen weiter. Es zeigt unter anderem die Gesamtzahl der Zitationen, zitierte Seiten, zeitliche Entwicklungen und eine Auswahl sogenannter Grounding Queries – also Suchformulierungen, über die Inhalte als Grundlage für eine KI-Antwort abgerufen wurden.
Die Daten beziehen sich auf unterstützte Microsoft-KI-Erlebnisse wie Copilot, KI-Zusammenfassungen in Bing und ausgewählte Partnerintegrationen. Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass Zitationen keine Aussage über Ranking, Autorität oder Platzierung in einer bestimmten Antwort liefern. Zur offiziellen Beschreibung von Bing AI Performance.
Das macht den Bericht trotzdem wertvoll: Du siehst, welche deiner Seiten bereits als Quellen funktionieren und welche Themen von KI-Systemen mit deiner Website verbunden werden.
ChatGPT-Traffic in deiner Webanalyse
Für Websitebetreiber bietet ChatGPT derzeit kein vergleichbares offizielles Dashboard, das alle Nennungen und Impressionen deines Business ausweist.
Klickt eine Person jedoch aus einer ChatGPT-Suchantwort auf deine Website, lässt sich dieser Besuch häufig in deiner Webanalyse erkennen. OpenAI ergänzt Verweis-URLs aus der ChatGPT-Suche automatisch um den Parameter utm_source=chatgpt.com. OpenAI erklärt das in den FAQ für Publisher.
Prüfe deshalb in Google Analytics, Wix Analytics oder einem vergleichbaren System regelmäßig, ob chatgpt.com als Quelle oder Verweis auftaucht.
Aber auch hier gilt: Du siehst nur die Menschen, die geklickt haben. Wurde dein Name in einer Antwort genannt und später separat gesucht, bleibt dieser Zusammenhang in der Webanalyse unsichtbar. Genau deshalb brauchst du zusätzlich die Herkunftsfrage im Kontaktformular oder Erstgespräch.
Was deine KI-Messergebnisse dir konkret sagen
Du willst deine KI-Sichtbarkeit messen und fragst dich, was die Ergebnisse dir zeigen bzw was du mit den Ergebnissen tun sollst?
Deine Tests helfen dir herauszufinden, wo du genauer hinschauen solltest. Die folgenden fünf Situationen zeigen dir mögliche nächste Schritte. Die Beispiele sind fiktiv.
Warum kennt ChatGPT meinen Namen, empfiehlt mich aber nicht bei passenden Fragen?
Wenn du nach deinem Namen fragst, gibst du der KI bereits vor, nach wem sie suchen soll. Eine potenzielle Kundin kennt dich dagegen noch nicht. Sie beschreibt ihr Anliegen und sucht passende Unterstützung.
Beispiel: Auf „Wer ist Anna Beispiel?“ erhältst du eine zutreffende Beschreibung. Bei „Wer unterstützt Mütter beim beruflichen Wiedereinstieg?“ taucht Anna jedoch nicht auf.
Das zeigt: Informationen über Anna sind in diesem Test abrufbar. Ob sie auch bei der Suche nach einer passenden Begleitung vorgeschlagen wird, ist eine andere Frage.
Was du prüfen solltest: Beschreibt deine Website konkret, für welche Menschen und Anliegen dein Angebot geeignet ist? Beantwortest du dazu relevante Fragen und verlinkst diese Inhalte mit deinem Angebot? Genau diese Verbindung kannst du deutlicher machen.
Warum beschreibt die KI mein Business falsch?
Eine Nennung hilft wenig, wenn sie falsche Erwartungen weckt. Mögliche Ursachen sind veraltete oder widersprüchliche Informationen. Die KI kann Angaben aber auch falsch zusammenführen.
Beispiel: Du bietest inzwischen Karrierecoaching für Mütter an. In einer KI-Antwort wirst du weiterhin als allgemeine Life-Coachin vorgestellt.
Was du prüfen solltest: Vergleiche die genannten Quellen mit deiner Startseite, Über-mich-Seite, Angebotsseite und öffentlichen Profilen. Stimmen Zielgruppe, Leistung und Qualifikationen überein? Aktualisiere alte Angaben und beschreibe deine heutige Ausrichtung eindeutig.
Teste anschließend erneut. Eine Korrektur auf deiner Website bedeutet nicht, dass jede KI-Antwort sofort aktualisiert wird.
Warum wird mein Blogartikel als Quelle genannt, aber mein Coaching nicht empfohlen?
Eine Quelle liefert Informationen zu einer Frage. Eine Empfehlung schlägt eine passende Anbieterin vor. Je nach Frage kann die Quellenangabe bereits ein gutes Ergebnis sein.
Beispiel: Bei „Wie erkenne ich meine beruflichen Stärken?“ wird deine Übung verlinkt. Dein Coaching wird nicht erwähnt. Die Frage zielte zunächst auf eine Hilfestellung.
Was du prüfen solltest: Teste zusätzlich Fragen, die ausdrücklich nach professioneller Begleitung suchen. Prüfe außerdem, ob deine Fachartikel erkennen lassen, wer du bist, welche Expertise du mitbringst und welches Angebot zum Thema passt.
So finden auch Leserinnen, die über eine Quellenangabe kommen, leichter zu deiner Unterstützung.
Warum werde ich von KI empfohlen, sehe aber kaum Websitebesuche?
Eine Empfehlung in deinem eigenen Test zeigt noch nicht, wie viele potenzielle Kundinnen sie ebenfalls sehen. Außerdem führt nicht jede Empfehlung zu einem direkten Klick.
Beispiel: Eine Interessentin liest deinen Namen in einer KI-Antwort und sucht später bei Google nach dir. Ihr Websitebesuch wird dann möglicherweise der Google-Suche zugeordnet.
Was du prüfen solltest: Frage bei Anfragen ausdrücklich nach, wie die Person dich entdeckt hat. Betrachte ergänzend Suchanfragen nach deinem Namen und direkte Websitezugriffe.
Diese Daten können Hinweise liefern. Ein Anstieg bei Namenssuchen oder Direktzugriffen allein beweist jedoch nicht, dass KI-Empfehlungen die Ursache sind.
Warum kommen Menschen über KI auf meine Website, fragen aber nicht an?
Wenn Besuche aus KI-Systemen erkennbar sind, lohnt sich ein Blick auf die besuchten Seiten und die Erwartungen der Menschen.
Beispiel: Besucherinnen gelangen über eine zitierte Übung auf deinen Blog. Dort finden sie eine hilfreiche Antwort, aber keinen verständlichen Hinweis auf dein passendes Coaching.
Was du prüfen solltest: Wird auf der Zielseite klar, wem du wobei hilfst? Ist dein Angebot nachvollziehbar beschrieben? Gibt es einen passenden nächsten Schritt und funktioniert die Kontaktaufnahme?
Prüfe auch, ob die Besucherinnen überhaupt nach einer Begleitung suchen. Wer nur eine einzelne Information braucht, ist nicht automatisch bereit für ein Erstgespräch. Und aus wenigen Besuchen ohne Anfrage lässt sich noch kein verlässliches Urteil über deine Website ableiten.
So wird aus KI-Sichtbarkeit ein steuerbarer Teil deines Marketing-Systems – statt ein neuer Kanal, den du jeden Morgen nervös kontrollierst.
Kann man KI-Sichtbarkeit wirklich exakt messen?
KI-Sichtbarkeit kannst du aktuell noch nicht vollständig messen.
Es gibt kein einziges Dashboard, das dir jede Nennung, jede nicht verlinkte Empfehlung und den kompletten Weg bis zur Anfrage über alle KI-Systeme hinweg zeigt. Auch kostenpflichtige Monitoring-Tools arbeiten mit festgelegten Prompt-Sets und Stichproben. Ihre Werte sind deshalb Modelle für den Vergleich – keine vollständige Abbildung aller realen Antworten.
Das macht die Messung nicht wertlos. Du musst nur ehrlich mit den Daten umgehen.
Kombiniere deshalb drei Ebenen:
1. Prompt-Monitoring: Wirst du bei relevanten Fragen genannt, korrekt eingeordnet und empfohlen?
2. Plattform- und Webdaten: Werden deine Seiten eingeblendet, zitiert und angeklickt?
3. Business-Ergebnis: Entstehen daraus passende Anfragen und Kundinnen?
Erst gemeinsam zeigen diese Ebenen, ob deine KI-Sichtbarkeit nicht nur vorhanden ist, sondern für dein Business arbeitet.
Fazit: Entscheidend ist nicht, ob ChatGPT dich kennt
Wenn du deine KI-Sichtbarkeit messen möchtest, solltest du dich also nicht fragen: „Kennt ChatGPT meinen Namen?“, sondern „Werde ich bei den Problemen empfohlen, für die ich die passende Lösung anbiete?“
Dafür brauchst du keinen täglichen Selbsttest und keinen geheimnisvollen KI-Score. Du brauchst relevante Prompts, einen gleichbleibenden Messprozess und den Blick auf das, was am Ende wirklich zählt: korrekte Empfehlungen, qualifizierte Besuche und passende Anfragen.
Denn Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck.
Sie soll nicht dein Ego beruhigen. Sie soll dein Business tragen.
Häufige Fragen zur Messung deiner KI-Sichtbarkeit
Wie kann ich meine KI-Sichtbarkeit als Coach messen?
Lege relevante Fragen deiner Wunschkundinnen fest und teste sie wiederholt in ausgewählten KI-Systemen. Dokumentiere, ob dein Business genannt, als Anbieterin empfohlen, korrekt beschrieben oder mit deiner Website zitiert wird. Ergänze diese Tests um Websitebesuche und die Herkunft deiner Anfragen. So unterscheidest du Sichtbarkeit von tatsächlichen Geschäftsergebnissen.
Wie prüfe ich, ob ChatGPT mich als Coach empfiehlt?
Stelle eine konkrete Anbieterfrage, ohne deinen Namen zu nennen. Zum Beispiel: „Welche Coachin unterstützt berufstätige Mütter dabei, sich beruflich neu zu orientieren?“ Passe Zielgruppe, Problem und gegebenenfalls Region an dein Angebot an. Prüfe anschließend, ob du ausdrücklich als passende Anbieterin vorgeschlagen wirst oder lediglich irgendwo erwähnt wirst.
Welche Fragen gehören in mein KI-Monitoring?
Nutze Fragen zu Problemen, Lösungen, Anbieterinnen und Auswahlkriterien deiner Zielgruppe. Eine Paarberaterin könnte beispielsweise „Welche Unterstützung gibt es, wenn wir nur noch wie Mitbewohner leben?“ und „Welche Paarberatung gibt es in [Ort]?“ testen. Halte Fragen mit deinem Namen getrennt: Sie prüfen deine Darstellung, nicht deine Entdeckung ohne vorherige Namensnennung.
Wie oft sollte ich meine ChatGPT-Sichtbarkeit überprüfen?
Für ein kleines Coaching- oder Beratungsbusiness ist eine monatliche Überprüfung ein praktikabler Einstieg. Verwende dieselben Fragen und dokumentiere die Testbedingungen. Nach größeren Website-Änderungen kannst du zusätzliche Messungen einplanen. Bewerte Entwicklungen über mehrere Zeitpunkte, statt auf jede einzelne abweichende Antwort zu reagieren.
Warum nennt ChatGPT mich heute und beim nächsten Test nicht mehr?
KI-Antworten können je nach Frage, Gesprächskontext, Personalisierung, Websuche und Zeitpunkt unterschiedlich ausfallen. Eine fehlende Nennung beweist deshalb nicht, dass deine Sichtbarkeit insgesamt gesunken ist. Vergleiche mehrere Antworten unter möglichst ähnlichen Bedingungen und suche nach wiederkehrenden Mustern.
Was ist der Unterschied zwischen einer Nennung, einer Zitation und einer Empfehlung?
Eine Nennung bedeutet, dass dein Name oder dein Business in der Antwort vorkommt. Eine Zitation verweist auf einen Inhalt als Quelle, beispielsweise einen deiner Blogartikel. Eine Empfehlung schlägt dich ausdrücklich als passende Anbieterin vor. Diese Signale können zusammen auftreten, müssen es aber nicht. Erfasse sie deshalb getrennt.
Welche Kennzahlen zeigen, ob meine KI-Sichtbarkeit besser wird?
Beobachte, bei wie vielen getesteten Fragen du genannt, empfohlen und mit deiner Website zitiert wirst. Prüfe zusätzlich, ob die Beschreibung deiner Expertise stimmt. Wichtig sind auch passende Websitebesuche und Anfragen. Vergleiche Quoten nur bei gleichbleibenden Prompt-Sets und Testbedingungen, damit Veränderungen sinnvoll interpretierbar bleiben.
Wie erkenne ich Anfragen, die durch ChatGPT entstanden sind?
Prüfe in deiner Webanalyse, ob Besuche mit der Quelle chatgpt.com erfasst werden. Ergänze im Kontaktformular oder Erstgespräch die Frage „Wie bist du auf mich aufmerksam geworden?“ mit der Antwortmöglichkeit „ChatGPT oder andere KI“. Damit erfasst du auch Interessentinnen, die deinen Namen in einer KI-Antwort gesehen und später selbst gesucht haben.
Kann ich meine KI-Sichtbarkeit ohne kostenpflichtiges Tool messen?
Ja. Für den Einstieg reichen manuelle Tests, ein festes Prompt-Set und ein einfaches Messprotokoll. Ein spezialisiertes Tool kann die Dokumentation vieler Fragen, Systeme und Wettbewerber erleichtern. Prüfe dabei, welche Systeme und Testbedingungen es tatsächlich abbildet. Auch ein Tool erfasst nur einen Ausschnitt möglicher Antworten.
Gibt es einen guten Richtwert für meine KI-Sichtbarkeit?
Es gibt keinen universellen Prozentwert, den jedes Coaching-Business erreichen sollte. Deine Ergebnisse hängen stark davon ab, welche Fragen, Regionen und Systeme du testest. Aussagekräftiger sind die Entwicklung innerhalb deines eigenen Messverfahrens und die Qualität der daraus entstehenden Anfragen. Ein hoher Score bei unpassenden Fragen hilft deinem Business wenig.
Würden Google und KI dich als Expertin empfehlen?
Wenn eine potenzielle Kundin bei Google sucht oder ChatGPT fragt, wer ihr bei ihrem Problem helfen kann: Wird dein Business gefunden, richtig eingeordnet und als passende Lösung verstanden?
Wenn nicht, liegt das nicht automatisch an deiner Expertise. Häufig können Google und KI auf deiner Website nicht eindeutig erkennen, für welche Zielgruppe du arbeitest, welches Problem du löst und wodurch sich dein Angebot auszeichnet.
Mit meiner 0-€-KI-Business-Analyse prüfst du, wie klar dein Business für Suchmaschinen und KI-Systeme wie ChatGPT aufgestellt ist. Du erfährst:
ob deine Positionierung eindeutig erkennbar ist,
ob Zielgruppe, Problem und Angebot klar zusammenpassen,
welche Informationen für eine Nennung oder Empfehlung fehlen,
und welchen Hebel du als Erstes verändern solltest.
Keine allgemeine SEO-Checkliste. Sondern eine konkrete erste Analyse für Coaches und Beraterinnen, die über Google und KI planbar gefunden werden wollen.
Über die Autorin: Jasmin Laura Maibach

Jasmin Laura Maibach ist Unternehmensberaterin mit Schwerpunkt Positionierung, SEO und GEO für Coaches und Beraterinnen sowie Entwicklerin von Planbare Anfragen®. Sie unterstützt ihre Kundinnen dabei, ihre Positionierung an echter Nachfrage auszurichten, klare Angebote zu entwickeln und über Google und KI passende Interessentinnen zu erreichen.
Seit 2018 selbstständig, verbindet sie als Bildungswissenschaftlerin (M.A.), zertifizierte Gründungsberaterin und Hochschuldozentin für Start-up-Management fundierte Unternehmensentwicklung mit strategischem Marketing. Außerdem ist sie Gründerin des akkreditierten und DEKRA-geprüften Bildungsträgers Momentum Career®.
Ihre Mission: Qualifizierte Coaches und Beraterinnen sollen mit ihrer Expertise gefunden und gebucht werden – ohne ihre Kundengewinnung dauerhaft von Social-Media-Reichweite und ständigem Posten abhängig zu machen.




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